Redax - Das Redaktionssystem

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Unser erster Monat mit Redax

Ein Testbericht von Felix Holm von f79 aus Freiburg.

 
 

Redax ist ein plattformübergreifendes Redaktionssystem, das seit dem Start der Homepage www.f79.de, Anfang September 2009, in Benutzung ist. Seither wurden mit Hilfe des Systems bereits über 70 Artikel von Redakteuren und Redaktionsmitgliedern aus unserer Schülerredaktion online gestellt – Redax wurde also sowohl von Leuten aus dem Fach, als auch von Neueinsteigern ausreichend getestet, so dass wir uns in der Lage fühlen, erste Schlüsse zu ziehen.

Optik und Menüführung – Redax kommt schlicht und überschaubar daher

Nach dem Log-In als Redakteur landet der Redax-User in einer Maske mit mehreren Optionen. Der Grund, warum man sich als Redakteur einloggt ist, einen Artikel zu erstellen. Dazu wird man vom anzuklickenden „Artikel direkt anlegen“ auch direkt aufgefordert. Desweiteren kann man in den Feldern „Aktuelle ToDo-Liste“ (etwa: Artikel überarbeiten oder einreichen), „Warten auf Autorfreigabe“ (laufende Anfragen an von Veröffentlichungen anderer Autoren) und „Vom Autor abgelehnt“ (ein anderer Autor hat einer Anfrage nicht stattgegeben) noch den aktuellen Stand seiner Korrespondenzen mit anderen Redax-Usern überprüfen, was sich – aufgrund der überschaubaren Menüdarstellung – eigentlich von selbst erklärt.

Loggt man sich also bei „Artikel direkt anlegen“ ein, landet man automatisch im Fenster „Entwürfe“, wo angefangene Artikel gespeichert sind und neue angelegt werden können. Durch einen dicken grünen „Plusknopf“, optisch gut wahrnehmbar, ist der Button „Neuen Artikel hinzufügen“. Von hier aus kann der Autor wählen, ob er eine/n „Bericht/Reportage“ oder eine „Fotostory“ oder ein „Interview“ erstellen möchte. Allerdings empfiehlt es sich nur selten, die Bereiche Interview oder Fotostory zu wählen, da einige Funktionen noch nicht wirklich ausgereift sind (siehe weiter unten im Abschnitt „Haken und Ösen“).

Im Bereich „Bericht/Reportage“ finden sich Word-User recht schnell zurecht, zumal die Funktionen zugunsten einer Bedienerfreundlichkeit minimal gehalten wurden. Das Erstellen und Hochladen von Texten geht schnell und einfach. Im Anschluss hat der zuständige Redakteur noch einmal die Möglichkeit sich seinen Text mitsamt Bildern als Vorschau auf der Seite anzuschauen, für die er den Text erstellt hat, was ein großes Plus von Redax ist – manche andere Redaktions-Programme bieten das nicht. Dann muss man nur noch auf „Artikel einreichen“ klicken und schon erscheint der fertige Text mitsamt Bildern beim Chefredakteur im Bereich „Fertige Artikel“. Für den gewöhnlichen Redakteur endet hier die Arbeit.

Austauschprogramm – Die Stärke von Redax

Das „Austauschprogramm“ ermöglicht den Redakteuren und Chefredakteuren eine Korrespondenz mit anderen Autoren und/oder Magazinen. Diese Funktion ist die eigentliche Stärke des Redax-Systems, ermöglicht sie es doch, ohne größeren Aufwand Homepages regelmäßig mit neuen Artikeln zu füttern, ohne selbst ständig Texte erstellen zu müssen. Im „Artikelpool“ können Magazine/Homepages und freie Autoren ihre Artikel zur Verfügung stellen, andere Medienmacher, die ebenfalls Teil von Redax sind, können diese dann kostenfrei zur Weiterveröffentlichung anfordern. Das birgt gleich zwei Vorteile: Erstens haben dauerbeschäftigte Redaktionen weniger Aufwand ihre Seite aktuell zu halten und zweitens wird für Jugendliche ein Anreiz geschaffen, auch abseits von Produktionszeiten, Workshops oder Aufträgen eigene Artikel zu erstellen und auf dem „freien Markt“ anzubieten. Leider passiert es doch ab und zu, dass Rückmeldephasen so lange dauern, dass der Artikel an Aktualität verliert (siehe „Haken und Ösen“).

Haken und Ösen – Die „Kinderkrankheiten“

In diesem Abschnitt möchte ich auf einige Unausgegorenheiten eingehen, die die Programmierer von Redax bei einer Überarbeitung vielleicht noch einmal genauer unter die Lupe nehmen sollten. 

  • Redax ist nicht mit jedem aktuellen Internetbrowser kompatibel (funktioniert etwa nicht mit „Opera“)
  • Eine Löschfunktion für überarbeitete oder abgelehnte oder bewusst offline geschaltete Artikel fehlt bislang vollständig.
  • Ist man als Chefredakteur eingeloggt, ist das Erstellen von Texten nicht möglich.
  • Beim Upload von Bildern innerhalb eines Textes kommt es immer wieder zu Problemen – etwa, dass ein Bild nach Speicherung auf der Seite nicht angezeigt wird, oder beim Löschen eines Bildes ein falsches gelöscht wird.
  • Das Einfügen von Texten via „copy and paste“ sollte dringend vereinfacht werden.
  • In der Vorschau werden Bilder nicht in der korrekten Größe angezeigt.
  • Beim Interview ist nur ein 1:1-Interview möglich. Sollte der Autor etwa eine Band mit mehreren Mitgliedern interviewen, scheitert er bei der Eingabe an dem strukturell zu eindimensionalen Konzept.
  • Bei zu langen Login-Zeiten kann es passieren, dass man aus dem Programm fliegt.
  • Bei Korrespondenz zwischen Redakteur und Autor sind die Online-Medien auf umständliche und lange Rückmeldewartezeiten angewiesen, besser wäre ein Artikelpool, aus dem man sich ohne Rückfrage frei bedienen kann (ähnlich wie bei jugendfotos.de).

Fazit

Das Konzept, ein einfaches Online-Redaktionsprogramm zu schaffen, ist einwandfrei. Redax ermöglicht jungen (und jung gebliebenen) Redakteuren ihre Textbeiträge in Online-Medien schnell und einfach zu veröffentlichen. Die „Kinderkrankheiten“ hatten wir bereits angesprochen – angesichts der kurzen Test-/Laufzeit allerdings kein Beinbruch und sicher nach einem fine-tuning zu beheben.

Mehr Infos zu f79
unter f79.jnbw.de

(Anmerkung der Redaktion: Dieser Testbericht erschien zuerst im Projektjournal 2010 der Jugendstiftung Baden-Württemberg im März 2010.)

 
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