Redax - Das Redaktionssystem

Drucken

Crashkurs im Journalismus

Das Freiburger Schülermagazin f79 lässt Jugendliche professionell Zeitung machen.

 
 

„f79“ – so heißt das Schülermagazin, das seit Beginn des laufenden Schuljahres an Schulen in und um Freiburg (daher auch der Name: f wie Freiburg, 79 für den Postleitzahlenbezirk) kostenlos verteilt wird. Die Aufmachung ist betont locker und luftig, der Inhalt vielfältig – kein Wunder, kommen die enthaltenen Themen doch sämtlich von den Mitgliedern der Redaktion, die ausschließlich aus Schülern aller Schularten besteht. Diese kümmern sich sowohl um die Erstellung der Texte, als auch um deren Veröffentlichung im Internet mit Hilfe des Jugendnetz-Redaktionssystems Redax.

Seit vergangenem Sommer geht es rund in den Redaktionsräumen des Freiburger Verlages „chilli“ und des Vereins Kinderstadt Freiburg. Seitdem geben sich nämlich Schülerpraktikanten und Workshopteilnehmer die Klinke in die Hand. Sie alle kommen, um zu arbeiten – und die meisten sogar freiwillig. „Der Hauptteil unseres Heftes entsteht während der einwöchigen Workshops“, erklärt Redaktionsleiter Felix Holm, der bei f79 die Nachwuchsreporter betreut und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. „Viele nutzen f79 aber auch, um ihre Schulpraktika wie BOGY, BORS oder OIB zu absolvieren.“

Plattform für Schüler und Schulen

Die Idee für das unkommerzielle Projekt hatte Verlegerin und Vereinsvorstand Michaela Moser vor einigen Jahren: „Wir wollten junge Menschen an einen kritischen Umgang mit Medien heranführen und zudem eine Kommunikationsplattform für die Schulen untereinander schaffen.“ Das ist mit f79 gelungen: Themen wie Verliebtsein, Auszug von zu Hause, Auslandsaufenthalte, Pausengespräche, Persönlichkeits-Tests, Lehrer-Schüler-Duelle, Bücher- und Musikrezensionen und vieles mehr bietet den Schülern reichlich Lese- und Gesprächsstoff.

Bislang sind zwei Ausgaben des jungen Magazins erschienen, eine dritte folgt im März, insgesamt erscheint die Zeitung im Dreimonatsrhythmus vier Mal im Jahr. Über 30 Schüler aus Freiburg und Umgebung haben für das Heft schon recherchiert, formuliert und fotografiert, „und fast täglich kommen neue Anfragen für Praktikums- oder Workshopplätze“, erklärt Holm. Die Schüler durchlaufen in der Redaktion eine Art Crashkurs in Journalismus: „Zunächst sprechen wir eigentlich immer erst über die bisher gemachten Lese- und Schreiberfahrungen der Schüler, also welche Arten von Texten sie kennen und welche sie gut finden“, so Holm, „dann überlegen wir gemeinsam, über welches Thema geschrieben werden soll, wobei die Themen zu 90 Prozent von den Schülern selbst in die Redaktionssitzungen mitgebracht werden.“ Und dann geht es an die Arbeit, es wird telefoniert, Fragebögen werden erstellt und Interviewtermine vereinbart. Wie mache ich ein Foto, das in die Zeitung soll? Wie stelle ich eine unangenehme Frage – und wie bekomme ich auch eine konkrete Antwort darauf? Wie steige ich in einen Text ein? Solche und viele weitere Fragen können erprobte f79-Autoren nach kurzer Zeit selbst beantworten.

On und Off läuft parallel

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist für die Schüler – wie sollte es heutzutage anders sein – die parallel zum Heft laufende Homepage f79.de. Hier werden neben den im Heft erscheinenden Themen auch wöchentlich kleinere und größere Artikel veröffentlicht. Ein wichtiger Baustein bei dieser arbeitsreichen „Nebenbühne“ ist das Redaktionssystem Redax, welches auch von anderen Jugendmagazinen (etwa „thema“ im Jugendnetz) genutzt wird. Die f79-Redakteure haben einerseits die Möglichkeit Texte der anderen Magazine anzufordern (und diese einfach und unkompliziert für f79 umzugestalten), andererseits können sie auch ihre eigenen Texte anderen Magazinen zur Veröffentlichung anbieten. Das Tolle an der Sache ist, dass die Texte der Jugendlichen so einem noch breiteren Publikum zur Verfügung gestellt werden und die Ersteller noch mehr Feedback für ihre Arbeit bekommen.

Ein großer Pluspunkt von Redax ist, dass das System sehr einfach bedienbar und somit schnell erlernbar ist. „Für ein Projekt wie f79 ist das fast unverzichtbar“, findet Holm, „denn viele der Autoren haben nur wenig Zeit, um neben Schule auch noch eine Homepage zu füttern, je einfacher das System also ist, desto höher ist der Anreiz „mal eben“ einen Text hochzuladen.“

„So werden seit August 2009 Freiburger Schüler langsam zu den Autoren von morgen ausgebildet – oder zumindest dafür sensibilisiert, wie Nachrichten entstehen und was sie bewirken können“, erklärt f79-Herausgeberin Moser, „denn das ist in der heutigen, von Medien geprägten Gesellschaft enorm wichtig.“

Mehr Infos zu f79

unter f79.jnbw.de

 
Es wurden noch keine Kommentare hinterlassen.

Kommentar verfassen:


Schnellsuche:
 
© Jugendstiftung Baden-Württemberg - Alle Rechte vorbehalten